Chinolon-induzierte Schäden von Bindegewebsstrukturen (Arthropathien, Tendopathien)

Arzneimittel - und Reproduktionstoxikologie

I. Arthropathien

Die antibakteriell wirksamen Chinolone induzieren Gelenkschäden bei juvenilen Tieren in relativ niedriger Dosis; Chinolone sind deshalb kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen sowie bei schwangeren und stillenden Frauen.

Ein begrenzter Einsatz der Präparate in der Pädiatrie wird dennoch immer wieder gefordert und ist bei einigen wohl definierten Indikationen vertretbar (z.B. Behandlung von Infektionen durch P. aeruginosa bei Mukoviszidose-Patienten mit Ciprofloxacin).

Die bisherigen Beobachtungen beim Menschen geben keine eindeutige Antwort auf die Frage nach der Höhe des Risikos durch eine Chinolontherapie. Sicherlich bestehen Unterschiede zwischen den einzelnen Fluorchinolonen hinsichtlich des arthropathogenen Risikos bei therapeutischer Dosierung. 

Die verschiedenen Chinolone unterscheiden sich vor allem durch ihr antibakterielles Spektrum; zu den wichtigsten Fluorchinolonen zählen derzeit:
Ciprofloxacin, Levofloxacin und Moxifloxacin

Wir konnten durch tierexperimentelle Studien zeigen, dass 

Nach oben

II. Tendopathien

In den vergangenen Jahren wurden die Mechanismen und Risikofaktoren der Chinolon-induzierten Tendopathien sowohl durch tierexperimentelle Studien als auch in in vitro untersucht.

Wahrscheinlich können alle bekannten Fluorchinolone zu Schäden der Achillessehne führen, jedoch handelt es sich um eine seltene Nebenwirkung. Unter dem Aspekt der Arzneimittelsicherheit ist es von besonderer Bedeutung, dass offenbar nach der Behandlung mit einem Chinolon ein Zeitraum von mehreren Monaten vergehen kann, bis es – eventuell durch Einwirkung zusätzlicher Faktoren – zu einer Tendinitis oder Ruptur kommen kann. Es ist unter diesen Bedingungen sehr schwierig, den Kausalzusammenhang zwischen Arzneimittelexposition und Nebenwirkung eindeutig zu belegen. Angesichts dieser Tatsache kommt der systematischen Bearbeitung des Effektes in Tiermodellen eine besondere Bedeutung zu. 

Wir konnten durch elektronenmikroskopische Untersuchungen in Kooperation der Arbeitsgruppe
von Öffnet externen Link im aktuellen FensterProf. Dr. M. Shakibaei (Inst. f. Anatomie, Ludwig-Maximilians-Universität München) zeigen, dass

Relevante Publikationen

Nach oben

Forschungsdatenbank

Für mehr Details nutzen Sie bitte auch die Öffnet externen Link im aktuellen FensterForschungsdatenbank der Charité.